Mythos Naturtalent

 

Weißt Du wie viele Gitarristen fast täglich mit voller Leidenschaft üben und dennoch nur sehr langsam besser werden? Viele denken es sei „Naturtalent“ das man braucht um besser – ich meine wirklich schnell besser – zu werden. Das ist einer der größten Mythen die es unter Gitarristen gibt. Lass mich hier kurz über meine eigenen Erfahrungen (damals noch als Anfänger) berichten. Vielleicht befindest Du dich selbst in so einer Situation.

Als motivierter Schüler ging ich mit voller Vorfreude zu meiner ersten Gitarrenstunde. Ich war verwundert als es mit dem Unterricht losging ohne dass der Lehrer wusste was meine Ziele waren. Ich wurde nicht nach meinem Lieblingsstil oder den Bands die mich zu dieser Zeit inspirierten gefragt. – Ohne Worte über meine musikalische Zukunft als Gitarrist ging der Unterricht los. Nach ein paar Monaten hatte ich genug Übungen für zu Hause und mir war nicht klar wie diese zusammenhängen oder wie diese geübt werden sollten. (Vielleicht kennst Du so was auch aus Deiner Schulzeit. Du bekommst Lehrstoff und Dir wird nicht beigebracht wie Du diesen üben sollst. Noch schlimmer Du weißt nicht wie Dich dieser Lehrstoff zu Deinem großen Ziel führt. Mein damaliges Ziel war zu spielen wie Marty Friedman). Jedenfalls hatte ich genug Übungen mit denen ich nichts anfangen konnte. (Technische Übungen, Fingerübungen, Fingersätze, Patterns, Noten etc.). Klar, ich absolvierte diese Übungen und beschäftigte mich damit. Aber ich wusste nicht wie ich mit diesen tatsächlich Musik machen sollte.

Im Unterricht wurde nicht zielorientiert trainiert. Warum schreibe ich jetzt „TRAINIERT“? Unter trainieren verstehe ich nicht den klassischen Unterricht wie ihn viele Gitarrenlehrer abhalten. Also nach dem Prinzip neue Stunde, neuer Lehrstoff. Der Lehrstoff muss verarbeitet werden und auch tatsächlich angewendet werden. – Nämlich durch Musikmachen und nicht nur stures auswendig lernen. Das ist einer der Schlüssel zum Erfolg. Ich bevorzuge es, meinen Schüler/innen die Zusammenhänge des Lehrstoffs zu vermitteln. Zu erklären wie zum Beispiel Akkorde und Skalen funktionieren und zusammenhängen. Wie Du damit Musik machen kannst. Zu analysieren was Deine Lieblingsgitarristen machen und WARUM sie diese Skalenläufe spielen oder bestimmten Akkorde wählen.

Gitarrenspielen „lernt“ man nicht nur einfach. Gitarrenspielen muss „trainiert“ werden. Und trainiert wird man am besten von einem Trainier, der weiß was er macht.

Dies wurde mir auch erst nach ein paar Jahren klar (und nach etlichen schlechten Gitarrenlehrern). Als ich „meinen“ Gitarrenlehrer gefunden hatte, verbesserte sich mein Gitarrenspiel enorm. Das von mir vermutete Naturtalent war plötzlich nicht mehr erstrangig nötig. Ich wusste, was und wie ich üben musste und mein Fortschritt wurde schneller den je.

Ich hoffe, dass Du nicht die gleichen Fehler wie ich machst und wertvolle Zeit verschwendest.

 

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